12-L--355 Spiegelung am Bodden 1000x300.jpg

"Er ging durch unsere Stadt, die seine zweite Heimat geworden war. - Morgens - Austen ging auf seine Weise - nein er schritt - bedächtig introvertiert möglichst unauffällig - nobel und praezise.


Kurz, er ging wie er war. Er kam aus seiner Hausung, die gebaut war oben auf dem Dach des Hochhauses am Neuen Markt. Hinter den Augen aufgehoben trug er wohl die Bilder mit, die die großen Fenster da oben zuließen - Stadtlandschaften voller Frühlärm und Frühlicht und in Plätze und Straßen gerasterte Grundrisse, in denen sich - so weit unten- Menschen bewegten, die wie Ameisen waren - zu beweglichen Bildstrukturen würden.


So blieben sie es dann auch in vielen seiner Bilder. Er der noch versuchte an sich selbst nicht zuerst zu denken meinte: das Menschlichste in den Bildern ist eigentlich der Mensch der sie malt. Eine solche Maxime verlangt Arbeit - Arbeit an sich selbst vor allem. Austen, der ein sehr fleißiger und selbstkritischer Mann war, leistete diese Arbeit.


Das Ergebnis ist ein erstaunliches Oeuvre allein schon vom Umfang her -mit vielen guten Bildern darin.

Meistens sind es Landschaften. Der erfahrene Maler und spätere Lehrer weiß von der tötenden Gefahr der Reflektion und Routine - nützt aber den Vorteil den die selbstverständliche sichere Handhabe der Mittel bringt, und vermag so frei von handwerklichen Hilfslosigkeiten sich seinem Gegenüber “Natur” zu stellen.


Er der Maler, der eigentlich hätte Musiker werden wollen - und dessen Behausung und Atelier bis zum Rande - fast ganztägig mit Musik erfüllt ist, flechtet dieses Musikleben in seine Malerarbeit ein. So sind Kunsterscheinungen durch musikalische - wie Takt, Rythmus, Ruhe - piano bis fatisimo mitbestimmend gefühltes aus der Musik mitbildend in der Bilderwelt erhalten geblieben.


In wenigen Fällen, wo die Figur zum thema wird, können wir erstaunend erleben, wie sich eine Figur in eine Landschaft verwandelt - allerdings mit einem höheren Potenial an Sinnlichkeit. Jene Sinnlichkeit, die die großen Formen von Brust, Leib und Schenkel anzeigen und mit sinnlicher Kraft fühlen, und von einer prachtvoll gemalten Körperhaut erbarmungsvoll in ungestörter Warmherzigkeit beisammengehalten werden.


Das war für Rudolf Austen schon eine Menge - macht aber nichts, denn Du warst schon immer ein wirklich guter."


Jo Jastram

2-L--355.jpg

Kleine Auswahl an Bildern in der:


AURIGA (ehemals artFuhrmann)

Kunstscheune Barnstorf

Galerie Klosterformat Rostock


Bilder bei Auktionen:


Kunsthaus am Schifferberg



Letzte Änderung am 29.03.2018

    © 2015 Austen